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München:
Etwa 30 Personen haben rote Karten zur Allianz gebracht. 30 Menschen haben an S-Bahnstationen Flugblätter verteilt.
Zentrale Aktion:
Die Damen am Empfang waren nett und umgänglich. Einer der Herren vom letzten Mal kam um zu sehen, wer wir sind, wollte sich nicht als Allianzmitarbeiter zu erkennen geben, als ich ihn aber ansprach, ging er auch auf den letzten Besuch ein. Gab auch gleich zu, dass sie etwas mit dem Atomkraftwerk zu tun haben und unterhielt sich höflich.
Zwei unserer Gruppe kamen bis zu einem Pressesprecher durch, der sich die Argumente höflich anhörte, beim zweiten Mal aber schon leicht genervt war. Danach waren auch die Pressesprecher nicht mehr im Hause. Die Karten würden sie aufheben und weitergeben.
Später kam der Herr von der Allianz nochmal her und wollte verhandeln. Er meinte, dass die Empfangsdamen doch nichts für die ganze Sache können und ob wir das Ganze nicht stoppen könnten? Er lud uns auch ein, sich vor dem Allianzgebäude zu gruppieren. Dort würden es die Mitarbeiter ja auch mitbekommen. Ich brachte ihm Argumente vor warum ich das jetzt nicht möchte (beim letzten Mal Chance nicht genutzt, ärgerliche Bemerkung „wir haben damit nichts zu tun“, bisher keine Gesprächsbereitschaft, man würde noch ein paar mehr Sachen finden in der Zusammenarbeit mit RWE … und sie hätten ja von der Aktionswoche gewusst und hätten sich vorbereiten können) Er war interessiert an den Telefonnummern und meinte ein Allianzsprecher (gewisser Herr Teich …) würde sich melden. Bei mir oder bei Heffa Schücking. Außerdem wollte er wissen, ob noch etwas geplant sei. Und war nicht unbedingt erfreut, zu hören, dass noch etwas kommt.
An den S-Bahnstationen wurden bestimmt 5.000 Flugblätter mit Infos verteilt.
Insgesamt also kein atemberaubendes aber doch ein erfreuliches Ergebnis.
Gruss Trudel

Fotos: Projekt 21+ weitere Fotos und viele Infos: hier
Pressemitteilung, 02. März 2009
Vom Versicherer zum Sicherheitsrisiko
Münchner Umweltorganisationen protestierten gegen die Beteiligung der Allianz AG am bulgarischen Risikoatomkraftwerk Belene
Zahlreiche Atomkraftgegner protestierten am Montag mit unterschiedlichen Aktionen in und um München gegen die Beteiligung der Allianz AG am Neubau des Atomkraftwerks „Belene“ in einer Erdbebenregion Bulgariens. Ziel des Protestes ist, die Allianz zu bewegen, das riskante Belene-Projekt als Aufsichtsratsmitglied im RWE-Konzern zu verhindern. Der Protest wurde unterstützt von einem breiten Bündnis Münchner Umweltorganisationen.
An allen S-Bahnlinien rund um München versammelten sich Protestgruppen und machten die Berufspendler über die Beteiligung der Allianz am riskanten Atomkraftwerk Belene mit einem bunten Programm aufmerksam. So trat die Protestgruppe in Markt Indersdorf in mittelalterliche Kleidung mit entsprechenden Instrumenten und Gesang auf und warnte vor einem Rückfall ins Mittelalter nach einem Atomgau. Mit weit über 5.000 informativen Flugblättern, Luftballonen und Bonbons wurde den Berufspendlern die bittere Information weiter versüßt. Durch die Aktionen rund um die Stadt wurde der Protest aus dem Umland durch die Pendler sternförmig in die Allianzstadt München hinein getragen.
Aber auch im Zentrum Münchens formierte sich Protest gegen die Versicherungszentrale in Schwabing. Rund 30 Mitglieder der einzelnen Umweltverbände und aufgebrachte Bürger besuchten während des Vormittags die Allianzzentrale. Sie übergaben den Mitarbeitern des Lebensversicherers Anti-Kernkraft-Material und symbolische „Rote Karten“ gegen die Unternehmenspolitik und verliehen so ihrer Sorge über die bedenkenlose Unterstützung des RWE-Risikoplans durch die Allianz Ausdruck. Der Pressesprecher der Allianz nahm die entgegengebrachten „roten Karten“ an und schlug ein Gespräch mit der Kampagnenleitung vor. Nervös erkundigte er sich über Umfang der Kampagne und weiteren geplanten Aktionen.
Das Münchner Umweltbündnis bietet auch allen Bürgern die Möglichkeit, ihren Protest gegen die Atompläne auszudrücken. Über die eigens eingerichtete Internetplattform www.nein-zu-atomkraft.de werden E-mails an den Allianzvorstand Dr. Rupprecht versendet. Damit kann jeder Bürger seine Besorgnis über die geplante Beteiligung am riskanten RWE-Vorhaben ausdrücken.
Die Aktionen finden im Rahmen der bundesweiten Aktionswoche „FingeR WEg von Belene“ statt, die von den Organisationen „urgewald e.V.“ und „ausgestrahlt“ ausgerufen wurden.
Belene gilt als eines der gefährlichsten Atomkraftwerksprojekte, die derzeit in Europa in Angriff genommen werden. Das Projekt wird seit 30 Jahren geplant und ist ebenso lange umstritten. Schon in den 80er Jahren warnten sowjetische Wissenschaftler vor den Erdbebenrisiken. Schließlich wurden beim letzten großen Erdbeben 1977 zahlreiche Gebäude zerstört und 120 Menschen starben nur wenige Kilometer vom geplanten AKW-Standort entfernt. Nach der Wende warnten auch Experten der Bulgarischen Akademie der Wissenschaften vor einer Fertigstellung des Atomkraftwerks, u.a. wegen den Sicherheits- und Umweltrisiken. Die erste demokratisch gewählte bulgarische Regierung nahm diese Warnung ernst. Sie stoppte das Projekt als „technisch unsicher und ökonomisch untragbar“. Im Jahr 2005 grub aber eine neue bulgarische Regierung die Belene-Pläne wieder aus. Sie beauftragte 2006 den russischen Konzern Atomstroyexport, zwei Reaktoren zu bauen. Für deren Design gibt es bisher weder Sicherheitsanalysen noch Betriebserfahrung. Deshalb rät selbst der
ehemalige Leiter der bulgarischen Atomaufsicht, Dr. Kastchiev von diesem Projekt ab: „Wenn man das hohe seismische Risiko der Bauregion und den niedrigen Atomsicherheitslevel in Bulgarien zusammen zieht, kann man nur zu dem Schluss kommen: dieses Projekt darf nicht weiter geführt werden“.
Mit dieser Investition spiele RWE „russisches Roulette mit der Gesundheit und Sicherheit von Millionen von Europäern," so Heffa Schücking von der Umweltorganisation urgewald.
Obwohl der Standort erdbebengefährdet und der geplante Kraftwerkstyp veraltet ist hält die bulgarische Regierung an den Plänen fest und sucht stetig nach Investoren für das AKW. Nachdem bereits international zahlreiche große Banken von dem Projekt Belene Abstand genommen haben (darunter die Deutsche Bank, die HypoVereinsbank und die Commerzbank), ist derzeit der deutsche Energiekonzern RWE an der Finanzierung des AKWs interessiert. Da die Allianz größter Einzelaktionär bei RWE ist, verfügt sie über eine besondere Einflussmöglichkeit: Allianz Finanzvorstand Dr. Paul Achleitner ist Mitglied im RWE Aufsichtsrat und kann somit die Atomausbaupläne in Osteuropa behindern. Falls die Allianz nicht als Unterstützer des Risikovorhabens gelten will, ist sie zum Verkauf ihrer Aktien bei RWE aufgefordert.
Weitere Hintergrundinformation ist im Internet zu finden, unter
www.nein-zu-atomkraft.de
www.urgewald.de
www.campact.de
Für Fragen steht Ihnen Frau Trudel Meier-Staude (089-35 65 33 44 oder 0177-598 33 97) von projekt21plus gerne zur Verfügung.
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