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Indonesien
Mit 17.508 Inseln ist Indonesien der größte Inselstaat der Erde. Nach Brasilien und der Republik Kongo beheimatet Indonesien das drittgrößte Vorkommen tropischen Regenwaldes. 95 Millionen Hektar Regenwald bedecken das Land, sie gelten als die artenreichsten weltweit.
Alles andere als "ökologisch" und "sozial"
Kein anderes Land der Erde vernichtet Regenwälder in so rasantem Tempo: Jährlich werden in Indonesien 30.000 - 35.000 km2 Wald abgeholzt, das ist eine Fläche von mehr als 23.000 Fußballfeldern. Auf der indonesischen Insel Sumatra wurden in den letzten 15 Jahren riesige Zellstoff- und Papierfabriken gebaut. Die wenigen Umweltbestimmungen, die es dort gibt, werden kaum überprüft.
Dreckiges Wasser - kranke Menschen
Durch das Bleichen von Zellstoff mit Chlor entstehen giftige Abwässer, die ungeklärt in die Flüsse geleitet werden und die Menschen krank machen. Bewohner entlang der Flüsse berichten, dass seit Produktionsbeginn der Zellstoffwerke verstärkt Hauterkrankungen, Husten und Atemschwierigkeiten in den Gemeinden auftreten. Zudem beklagt die indonesische Bevölkerung den Verlust der Wälder, die ehemals ihre Existenz sicherten. Plantagen, die "Rohstofflieferanten der Zukunft" sind für sie kein Ersatz für die artenreichen Urwälder. Die Plantagenwirtschaft zerstört weit mehr Arbeitsplätze und Überlebensmöglichkeiten, als dass neue Arbeitsplätze durch die Plantagen und die Zellstoffwerke geschaffen werden. Die lokale Bevölkerung wird in der Regel auch nicht an den Landnutzungsentscheidungen beteiligt.
Die letzten ihrer Art?
Die artenreichen tropischen Regenwälder Sumatras sind die Heimat von Tigern, Gibbons, Schabrackentapiren, Orang-Utans und vielen anderen seltenen Tieren. In den letzten 100 Jahren wurde die Zahl der Orang-Utans um 91 % auf weniger als 30.000 Tiere dezimiert. Ob sie die nächsten 10 Jahre überleben ist fraglich.
Die letzte Chance
Die Wälder Sumatras, Tropenwald auf einer Fläche von 3,5 Millionen Hektar, gelten heute bereits als verloren. Der Grund: Die riesigen Zellstofffabriken, mit denen in den 80er Jahren der Raubbau in den Regenwäldern begann. Jedes Jahr fällt eine Waldfläche von der Größe NRWs dem wachsenden "Papierhunger" zum Opfer. Nach Prognosen der Weltbank wird der Tiefenlandregenwald Sumatras in den nächsten Jahren komplett verschwinden. Die Zellstoffindustrie entzieht sich ihrer Verantwortung und Kontrollen von staatlicher Seite fehlen. Die einzige Möglichkeit Druck auszuüben, ist die Weigerung der Konsumenten, derart "schmutziges Papier" zu kaufen, am besten überall auf der Welt.
Papier aus Indonesien gelangt nach Deutschland
Die größten Papier- und Zellstoffkonzerne in Indonesien sind APP und APRIL. Beide Konzerne liefern auch nach Deutschland: Der Großhändler Papier Union bietet Kopierpapiere des Konzerns APRIL auf dem deutschen Markt an (z.B. Paper One). Auch von APP werden in Deutschland Kopierpapiere verkauft.
Flyer Indonesien - Anarchie im Regenwald
Reisebericht: Tabula Rasa
Alternativer Waldschadensbericht
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